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RGB Farbraumatlas

Noch Platz im Bücherregal? Die amerikanische Künstlerin Tauba Auerbach präsentiert den RGB Farbraumatlas, ein 20 x 20 x 20 cm grosses Werk, hergestellt im Offsetdruck mit dem Anspruch, den RGB Farbraum Seite für Seite darzustellen. Das dies technisch betrachtet nicht möglich ist, da der Offsetdruck den RGB Farbraum nicht vollständig abbilden kann, sei nur am Rande erwähnt. Beeindruckend ist dieses Buchprojekt allemal. Der Buchdeckel und der Farbschnitt wurde mittels Airbrush-Verfahren hergestellt. Die spezielle Buchbindung erfolgte in Zusammenarbeit mit Daniel E. Kelm von Wide Awake Garage. Alles in allem eine tolle Buchumsetzung.

Fotos: Brittany Schall

Farben trennen muss nicht schmerzhaft sein

Immer wieder liest und hört man im Umfeld der Druckvorstufe, dass Bilddaten vom RGB- in den CMYK-Farbraum separiert werden. Vielen ist vielleicht klar, was damit gemeint ist, aber fachlich ist diese Formulierung in diesem Kontext nicht ganz korrekt. Trotzdem hat sie sich in den Sprachgebrauch eingeschlichen und wird selbst von ausgewiesen Fachexperten hie und da so verwendet. Gehen wir diesem Sprachlapsus einmal auf die Spur.

Bilddaten können in den unterschiedlichsten Datenformaten und Farbräumen vorliegen. Bildatenformate sind z. B. JPEG, PNG oder TIFF. Diese Formate können die Farbinformationen des Bildes in verschiedenen Farbräumen, in den meisten Fällen ist dies der RGB- oder CMYK-Farbraum, speichern. Manche Datenformate wie z. B. PNG oder GIF sind jedoch auf das RGB-Farbmodell beschränkt, da sie von vornherein nur für die Bildschirmdarstellung konzipiert wurden.

Farbe transformieren

Im Verfahrensablauf des Farbmanagements ist es im Grunde immer erforderlich, dass man Bilddaten von einem Quellfarbraum über einen Verbindungsfarbraum (Lab) in einen, meist ausgabespezifischen, Zielfarbraum konvertieren muss.

trans·for·mie·ren[1. Wiktionary – Das freie Wörterbuch: transformieren] [ˌtrantsfɔʁˈmiːrən]
Bedeutung: umwandeln, umformen

Diese Umwandlung erfolgt mittels ICC-Profilen und wird Farbtransformation bezeichnet. Das Datenformat kann dabei zunächst identisch bleiben, einzig die Farbinformationen werden transformiert – oder synonymhaft formuliert – konvertiert, umgewandelt oder umgerechnet. Beispiel: Ein Bildmotiv, aufgenommen mit einer Digitalkamera, liegt als JPEG-Datei im RGB-Farbbraum vor und soll als Zeitungsinserat im Offsetdruckverfahren verwendet werden. Es ist demnach eine Farbtransformation erforderlich, wobei das Bildmotiv in den ausgabespezifischen CMYK-Farbraum (Zeitungsdruck) transformiert wird (Farbtransformation: sRGB → Lab → CMYK). Das Datenformat JPEG muss sich hierbei nicht zwangsläufig ändern, es ist aber empfehlenswert – die Fachfrau und der Fachmann wissen dies – während der Bildbearbeitung auf verlustfreie Datenformate zurückzugreifen. Im Ergebnis erhalten wir nach erfolgter Farbtransformation ein “farblich zusammengesetztes” (engl.: composite) Bildmotiv im CMYK-Farbraum.

Farbe separieren

Im Fachkontext der Druckvorstufe verwendet man den Terminus Farbseparation oder kurz Separation, um auszudrücken, dass eine Druckvorlage, heute i.d.R. ein digitaler Datensatz, in dessen einzelne Farbauszüge getrennt (engl.: separated) wird.

se·pa·rie·ren [1. Wiktionary – Das freie Wörterbuch: separieren] [zepaˈʀiːʀən]
Bedeutung: [1] jemand oder etwas aus seinen Bezügen herauslösen, [2] fachsprachlich: Stoffe voneinander trennen

Aus diesen Farbauszügen werden dann die Druckplatten, früher zunächst die Filmvorlagen, für den Offsetdruck hergestellt. Beispiel: Das bereits erwähnte Zeitungsinserat wird vierfarbig im Offsetdruckverfahren gedruckt und erfordert demnach 4 Farbauszüge (= 4 Druckplatten) für die Druckfarben Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz. Die getrennten Farbauszüge werden letztendlich im Druckprozess durch Übereinanderdrucken wieder zusammengesetzt und ergeben ein farbiges Bild.

Der Begriff Farbseparation meint also, dass ein im CMYK-Farbraum vorliegender Datensatz in dessen 4 Farbkanäle Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz getrennt wird. Der Verarbeitungsschritt erfolgt i.d.R. im RIP des Workflowsystems. Im Ergebnis enthalten die 4 Farbauszüge, die alleinstehend gar nicht mehr farbig sind, nur noch die Halbtoninformationen des jeweiligen Farbkanals. Daher stiftet der Begriff Farbtrennung hier auch Sinn.

Mit Hilfe von DTP-Programmen wie z. B. Adobe Photoshop oder Illustrator kann die Farbseparation auch auf Desktop-Ebene durchgeführt werden. Dazu wird eine Bilddatei im CMYK-Farbraum in das DCS-Format gespeichert. Das Desktop Color Separation-Format speichert die Farbauszüge in einzelnen Datensätzen sowie optional eine niedrigaufgelöste, farbig-zusammengesetzte Vorschaudatei.

Fazit

Bilddaten werden mit Hilfe von Farbprofilen von einem Quell- in den Zielfarbraum transformiert, nicht separiert. Bei dieser Farbtransformation bleibt die farbliche Zusammensetzung der Datei erhalten, unabhängig davon, welcher Farbbraum als Quelle oder Ziel definiert ist. Eine Ausnahme bildet nur der Fall, wenn ein Graustufenbild erzeugt wird. Dabei gehen sämtliche Farbinformationen des Bildes verloren, exakterweise bezeichnet man diesen Vorgang dann als Farbreduktion. Bilddaten werden hingegen separiert, wenn eine farbig-zusammengesetzte Datei in ihre Farbkanäle getrennt wird. Erforderlich ist dies z. B. bei der Druckplattenherstellung für den Offsetdruck. Die ursprünglichen Farbinformationen liegen nun in Form von getrennten Farbauszügen vor, könnten aber durch eine Reseparation auch wieder “schmerzfrei” zusammengefügt werden.



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