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Farben trennen muss nicht schmerzhaft sein

Immer wieder liest und hört man im Umfeld der Druckvorstufe, dass Bilddaten vom RGB- in den CMYK-Farbraum separiert werden. Vielen ist vielleicht klar, was damit gemeint ist, aber fachlich ist diese Formulierung in diesem Kontext nicht ganz korrekt. Trotzdem hat sie sich in den Sprachgebrauch eingeschlichen und wird selbst von ausgewiesen Fachexperten hie und da so verwendet. Gehen wir diesem Sprachlapsus einmal auf die Spur.

Bilddaten können in den unterschiedlichsten Datenformaten und Farbräumen vorliegen. Bildatenformate sind z. B. JPEG, PNG oder TIFF. Diese Formate können die Farbinformationen des Bildes in verschiedenen Farbräumen, in den meisten Fällen ist dies der RGB- oder CMYK-Farbraum, speichern. Manche Datenformate wie z. B. PNG oder GIF sind jedoch auf das RGB-Farbmodell beschränkt, da sie von vornherein nur für die Bildschirmdarstellung konzipiert wurden.

Farbe transformieren

Im Verfahrensablauf des Farbmanagements ist es im Grunde immer erforderlich, dass man Bilddaten von einem Quellfarbraum über einen Verbindungsfarbraum (Lab) in einen, meist ausgabespezifischen, Zielfarbraum konvertieren muss.

trans·for·mie·ren[1. Wiktionary – Das freie Wörterbuch: transformieren] [ˌtrantsfɔʁˈmiːrən]
Bedeutung: umwandeln, umformen

Diese Umwandlung erfolgt mittels ICC-Profilen und wird Farbtransformation bezeichnet. Das Datenformat kann dabei zunächst identisch bleiben, einzig die Farbinformationen werden transformiert – oder synonymhaft formuliert – konvertiert, umgewandelt oder umgerechnet. Beispiel: Ein Bildmotiv, aufgenommen mit einer Digitalkamera, liegt als JPEG-Datei im RGB-Farbbraum vor und soll als Zeitungsinserat im Offsetdruckverfahren verwendet werden. Es ist demnach eine Farbtransformation erforderlich, wobei das Bildmotiv in den ausgabespezifischen CMYK-Farbraum (Zeitungsdruck) transformiert wird (Farbtransformation: sRGB → Lab → CMYK). Das Datenformat JPEG muss sich hierbei nicht zwangsläufig ändern, es ist aber empfehlenswert – die Fachfrau und der Fachmann wissen dies – während der Bildbearbeitung auf verlustfreie Datenformate zurückzugreifen. Im Ergebnis erhalten wir nach erfolgter Farbtransformation ein “farblich zusammengesetztes” (engl.: composite) Bildmotiv im CMYK-Farbraum.

Farbe separieren

Im Fachkontext der Druckvorstufe verwendet man den Terminus Farbseparation oder kurz Separation, um auszudrücken, dass eine Druckvorlage, heute i.d.R. ein digitaler Datensatz, in dessen einzelne Farbauszüge getrennt (engl.: separated) wird.

se·pa·rie·ren [1. Wiktionary – Das freie Wörterbuch: separieren] [zepaˈʀiːʀən]
Bedeutung: [1] jemand oder etwas aus seinen Bezügen herauslösen, [2] fachsprachlich: Stoffe voneinander trennen

Aus diesen Farbauszügen werden dann die Druckplatten, früher zunächst die Filmvorlagen, für den Offsetdruck hergestellt. Beispiel: Das bereits erwähnte Zeitungsinserat wird vierfarbig im Offsetdruckverfahren gedruckt und erfordert demnach 4 Farbauszüge (= 4 Druckplatten) für die Druckfarben Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz. Die getrennten Farbauszüge werden letztendlich im Druckprozess durch Übereinanderdrucken wieder zusammengesetzt und ergeben ein farbiges Bild.

Der Begriff Farbseparation meint also, dass ein im CMYK-Farbraum vorliegender Datensatz in dessen 4 Farbkanäle Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz getrennt wird. Der Verarbeitungsschritt erfolgt i.d.R. im RIP des Workflowsystems. Im Ergebnis enthalten die 4 Farbauszüge, die alleinstehend gar nicht mehr farbig sind, nur noch die Halbtoninformationen des jeweiligen Farbkanals. Daher stiftet der Begriff Farbtrennung hier auch Sinn.

Mit Hilfe von DTP-Programmen wie z. B. Adobe Photoshop oder Illustrator kann die Farbseparation auch auf Desktop-Ebene durchgeführt werden. Dazu wird eine Bilddatei im CMYK-Farbraum in das DCS-Format gespeichert. Das Desktop Color Separation-Format speichert die Farbauszüge in einzelnen Datensätzen sowie optional eine niedrigaufgelöste, farbig-zusammengesetzte Vorschaudatei.

Fazit

Bilddaten werden mit Hilfe von Farbprofilen von einem Quell- in den Zielfarbraum transformiert, nicht separiert. Bei dieser Farbtransformation bleibt die farbliche Zusammensetzung der Datei erhalten, unabhängig davon, welcher Farbbraum als Quelle oder Ziel definiert ist. Eine Ausnahme bildet nur der Fall, wenn ein Graustufenbild erzeugt wird. Dabei gehen sämtliche Farbinformationen des Bildes verloren, exakterweise bezeichnet man diesen Vorgang dann als Farbreduktion. Bilddaten werden hingegen separiert, wenn eine farbig-zusammengesetzte Datei in ihre Farbkanäle getrennt wird. Erforderlich ist dies z. B. bei der Druckplattenherstellung für den Offsetdruck. Die ursprünglichen Farbinformationen liegen nun in Form von getrennten Farbauszügen vor, könnten aber durch eine Reseparation auch wieder “schmerzfrei” zusammengefügt werden.

Zeitung im Ökovergleich vorn

“Was ist besser für die Umwelt: Eine Zeitung
auf Papier zu lesen oder online im Internet?
Überraschenderweise hat das alte
“Holzmedium” im Ökovergleich die Nase
vorn.” -ZEIT ONLINE [1. Quelle: Asendorpf, Dirk: Saubere Zeitung. (c) ZEIT ONLINE, abgerufen am 28.04.2011. Bildquelle: Infografik (c) Anne Gerdes.]

 

 

Wenn der Fehlerteufel den Kartografen heimsucht

In der aktuellen Ausgabe “Deutscher Drucker” Nr. 14, vom 21. April 2011, findet sich eine Beilage als A5-Broschur: “Demo-Center – Die wichtigsten Schauräume für die Druckindustrie”[1. Quelle: Demo-Center – Die wichtigsten Schauräume für die Druckindustrie. Ausgabe 2011. Deutscher Drucker Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, Ostfildern 2011]. Auf Seite 5 ist eine Karte publiziert, die die geografische Lage der Demo-Center visualisiert. Bei genauerer Betrachtung stellt man fest, dass hier der Fehlerteufel durchs Lande zog und einige Städte durcheinander wirbelte. Anstelle von Radebeul, gelegen an der Elbe, wird die Stadt Bautzen benannt. Die Elbestadt Radebeul wiederum findet sich an der Ortsposition der südsächsischen Stadt Chemnitz wieder (Bild 1). Des Fehlerteufels Tatendrang war jedoch noch nicht gestillt, denn er wirbelte auch in der Schweiz (Bild 2). Das die beiden Gemeinden Zofingen und Oftringen plötzlich nördlich des Zürichsees gelegen sind, mag man als grobe “Fehlerunsicherheit” noch vernachlässigen. Jedoch ist die Gemeinde Oftringen nicht südlich von Zofingen, sondern – genau umgekehrt – nördlich gelegen.

Bild 1: Keine Folge der Gemeindegebietsreform, sondern Übeltat des Fehlerteufels (Quelle: Deutscher Drucker)

Bild 1: Keine Folge der Gemeindegebietsreform, sondern Übeltat des Fehlerteufels (Quelle: Deutscher Drucker)

Bild 2: Auch in der Schweiz wütete der Fehlerteufel (Quelle: Deutscher Drucker)

Bild 2: Auch in der Schweiz wütete der Fehlerteufel (Quelle: Deutscher Drucker)

 

Print-to-Web mit Paperboy

Das tönt vielversprechend. Paperboy ist eine App, mit dem man gedruckte Zeitungs- oder Zeitschriftenartikel fotografieren kann. Die Entwickler von kooaba, einem Spin-off der ETH Zürich, nennen das Ganze dann Interactive Print. Denn einmal fotografierte Artikel werden automatisch mit zusätzlichen relevanten Informationen wie Web-Links, Videos oder Dokumenten verknüpft. Bisher funktioniert der Dienst u. a. mit der NZZ, Focus, CHIP oder der Werbewoche, um nur einige zu nennen. Die Artikel können ausserdem als digitale Version im kooaba- oder Evernote-Account gespeichert werden.

Ein schönes Buch

 

“Ein schönes Buch ist wie ein Schmetterling.
Leicht liegt es in der Hand, entführt uns von
Blüte zur nächsten und läßt den Himmel
ahnen.”  -Laozi

 

7 Tipps, wie man eine Zeitung zweitverwerten kann

Stellen Sie sich mal eine Welt ohne Zeitungslesen vor. Ja genau, zum Lesen ist die gedruckte Zeitung primär gedacht. Aber es lässt sich noch viel mehr damit anstellen. Hier kommen 7 inspirative Tipps zur Zweitverwertung:

  1. Zeitungsartikel archivieren.
    Haben Sie früher auch immer interessante Artikel aus der Zeitung ausgeschnitten, wichtige Passagen mit einem Stift markiert und das Ganze dann in einem Ordner abgeheftet – oder machen Sie das sogar heute noch so? Der Vorteil dieser Vorgehensweise ist, dass der Inhalt so auch besser im Gedächtnis abgelegt wird. Denn “im Arbeitsgedächtnis bleiben die Informationen maximal 30 Sekunden lang. Sind sie bis dahin nicht im Langzeitgedächtnis gespeichert, gehen sie vergessen.” [1. Kulturama: Sonderausstellung “Wie wir lernen“, Englischviertelstr. 9, 8032 Zürich]
  2. Zeitung als Geschenkpapier.
    Es soll eine alte japanische Tradition sein, Geschenke, die man guten Freunden überreicht, mit Zeitungspapier einzupacken. Leider ist mir die Quelle abhanden gekommen (ergo: jeder nützliche Hinweis erbeten). Nichtsdestotrotz gefällt mir die Idee so gut, sodass ich das selbst gerne so handhabe. Eine sehr kreative Anleitung als Inspiration gibt es hier von Jessica Jones.
  3. Zeitung als Bastelmaterial.
    Ob Malerhut oder Schiffchen, Arbeitsunterlage, Bastelpapier oder Ausgangsmaterial für eine Zeitungscollage. Zeitungen eignen sich hervorragend für kreatives Arbeiten. Nicht nur, dass sie bereits typografisch meist ansprechend gestaltet sind (Aussnahmen bestätigen die Regel), es entstehen dabei oft neue Kunstwerke.
  4. Zeitung als Schuhetrockner.
    Erinnern Sie sich noch an ihre letzte Wanderung bei Regen oder den Nachhauseweg im Schneematsch? Feuchte Füsse, nasse Schuhe! Während Ersteres mit einem heissen Bad behandelt wird, stopft man die nassen Schuhe am besten mit Zeitungspapier aus. Einfacher und effektiver kann man den Trocknungsvorgang nicht gestalten.
  5. Zeitung zum Fensterputzen.
    Frisch geputzte Fensterscheiben soll man mit Zeitungspapier trocken reiben. Zurück bleibt eine makellos streifenfreies Fenster.
  6. Zeitung als Verpackungsmaterial.
    Ob Obst, Gemüse oder Fisch, gebrechliches Glas und Porzellan. Zeitung eignet sich prima als schützendes Verpackungsmaterial.
  7. Zu guter Letzt ins Altpapier.
    Papier wird nicht nur aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt, es lässt sich auch noch hochgradig wiederaufbereiten (Recycling). Wenn uns also keine kreative und zweckentfremdete Weiterverwendung mehr einfällt, so führt man die Zeitung am besten wieder in den Wertstoffkreislauf zurück.

Haben Sie noch weitere Ideen, wie man eine gedruckte Zeitung sinnvoll weiterverwenden kann? Dann kommentieren Sie doch diesen Beitrag. Wozu sich das digitale Pendant, die sogenannte “iPad-Zeitung” definitiv nicht eignet, habe ich bereits in diesem Beitrag gezeigt.

Warum ein iPad keine Zeitung ersetzen kann

Macht der Gewohnheit.

Quelle: YouTube Update: neuer YouTube-Link

Konsequenzen

 

“Was wir denken und was wir glauben ist
im Endeffekt von geringer Konsequenz.
Das einzige, was Konsequenzen hat, ist,
was wir tun.” -John Ruskin

 

Warum ein bildschönes Mädchen blaues Haar hätte

Heute war ein rabenschwarzer Tag, ich hab mir alles grau in grau gemalt bis ich schließlich schwarz gesehen habe. Wie uns diese Worte doch gleich schwermütig werden lassen. Bringen wir schnell etwas Farbe ins Spiel! Denn Farbe ist Kommunikation, nonverbale Kommunikation. Farbe ist Vielfalt. Farbe ist Frohsinn und Freude. Farbe ist Wahrnehmung und Assoziation. Und sehen Sie auch, warum ein bildschönes Mädchen blaues Haar hätte.

Farbe wahrnehmen – oder warum ein bildschönes Mädchen blaues Haar hätte from Mathias Schunke

 

10 sterbende Industrien

10 Dying Industries from Vault.com

 

Zehn Branchen, deren Lebenszyklus sich bald dem Ende neigt, benennt Phil Stott, Produktioner bei Vault.com, in seinem Vortrag “10 Dying Industries“[1. Stott Phil: 10 Dying Industries. Vault.com]. Eine davon ist laut Stott auch der Zeitungsdruck, wo der Branchenumsatz in den letzten zehn Jahren um ca. 36 Prozent schrumpfte. Die Angaben dürften sich nur auf den US-Markt beziehen, der Trend in den Insdustrieländern weltweit aber ähnlich sein. Ursache: Die Leser migrieren ins Internet, und die Werbeinserenten, Haupteinnahmequelle der Tageszeitungen, folgen ihnen. Dieser sich vollziehende Paradigmenwechsel ist wohl kaum aufzuhalten. Wird die gedruckte Zeitung in Zukunft noch ihre Nische finden? Was meinen Sie?

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Update

Mehr zum Thema:

Update 2

Frage der Woche auf print.de: Sind Sie noch Zeitungsabonnent?



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